SPD Ortsverein Bühl

Soziale Gerechtigkeit für Bühl

Treffen mit Klimaschutzbeauftragtem Martin Thiele am 17.12.2020

Veröffentlicht am 12.01.2021 in Kommunalpolitik

PalimPalim! Online-Meeting mit Martin Thiele

„Klimaschutz in Bühl - Perspektiven, Ziele, Chancen" – die Einladung steckte die Themen der Onlinekonferenz der SPD Fraktion und des Ortsvereins Bühl mit Martin Thiele, dem neu amtierenden Klimaschutzbeauftragten der Stadt Bühl, ab. SPD Stadträtin Barbara Becker moderierte, der Ortsvereinsvorsitzende Frank Armbruster behielt den Chat im Auge und die SPD Landtagskandidaten Emile Yadjo-Scheurer und Vanessa Bluhm hatten sich zugeschaltet.

 

Zunächst umriss Thiele die Eckpunkte seiner Position, die er vor ein paar Monaten im Rathaus übernommen hatte. Direkt dem OB unterstellt hat das Referat Klima und Umwelt unmittelbaren Zugang zur strategischen Planung und Ausrichtung der Stadt Bühl. Thiele sieht in der konkreten Umsetzung der beschlossenen Leitplanken im Sinne eines zukunftsfähigen, nachhaltigen Klimaschutzkonzeptes die oberste Priorität. Bereits angestoßen hat er die Aufnahme eines Klimavorbehaltes in jede Vorlage für die Gemeinderäte – Nutzen und Risiken werden damit bei jeder Entscheidungsfindung deutlich sichtbar und sind zu beachten. Neu aufgenommene Bebauungspläne werden zur Einführung und Überprüfung der Klimastandards ebenfalls zur Bearbeitung über seinen Tisch wandern. Weitere wichtige Felder sind die Weiterentwicklung des „Klimopass“ Prozesses und der „Fairtradestadt Bühl“, auch hier will der „neue Mann“ sich „mit dem noch vorhandenen Blick von außen“ und dem zunehmenden Knowhow von innen konkret ans Werk machen. Thiele hob die besonders gute Zusammenarbeit und hohe Motivation innerhalb der Stadtverwaltung hervor: „Bühl ist bezüglich des Klimaschutzes sehr offen und was das Miteinander angeht sehr weit.“ Dagmar Gall-Neff, SPD Vorständin aus Bühl, begann die anschließende Fragerunde: „Die nachhaltige Reduzierung der CO2 Emissionen ist ein zentrales Klimaschutzziel – wie wird das in Bühl umgesetzt?“ Die Agraringenieurin erkundigte sich gezielt nach den Instrumenten der Aufforstung und der Förderung der regenerativen Landwirtschaft. Thiele unterstrich die Bedeutung beider Maßnahmen und erzählte, er habe sich umgehend mit Martin Damm und den anderen Forstprofis der Stadt ins Benehmen gesetzt. Man sei jetzt gemeinsam auf der Suche nach für eine Aufforstung geeigneten Flächen. Er selbst sehe besondere Potentiale in brachliegenden Flächen am Waldrand und wünsche sich - wo es sinnvoll ist - eine Neudefinition der Flächen im Hinblick auf einen naturnahen Waldaufbau. SPD Urgestein Thomas Just ergänzte, dass in unserer Region derartige Brachflächen häufig entstünden, weil die ältere Generation z.B. die Reben nicht mehr bewirtschaften könne und die jüngere kein Interesse oder keine Möglichkeit dazu habe. Oft seien die entstandenen Flächen aber für eine Aufforstung zu klein und inselartig vereinzelt – man solle hier auch an eine extensive Beweidung denken. Thiele bedankte sich für den Tipp und betonte, dass er aus Brandenburg kommend noch neu in der Region und daher für alle Anregungen sehr aufgeschlossen sei. In der regenerativen Landwirtschaft sehe er große Chancen: Pflanzen und Boden werden bei dieser Technik durch den gezielten Aufbau der Humusschicht des Bodens wieder in eine biologisch korrekte Beziehung gebracht. Derart nachhaltig erholte Böden dienen nicht nur einer verstärkten biologisch / ökologisch ausgerichteten Landwirtschaft, sondern auch der CO2 Speicherung. Klaus Eckert, der sich aus Stuttgart in den heimatlichen SPD Ortsverein zugeschaltet hatte, erkundigte sich eingehend nach den Kontakten des Klimaschutzes zu den Stadtwerken und zur Bühler Energiegenossenschaft. Thiele berichtete von einem für Anfang 2021 avisierten Workshop zum Thema „Wärmeplanung“, man stehe in regem Kontakt und er würde eine breit angelegte öffentliche Debatte zum Thema „erneuerbare Energien“ mit einem baldigen klaren Output z.B. bei Nahwärmeprojekten sehr begrüßen.  SPD Landtagskandidatin Vanessa Bluhm griff das Stichwort auf: „Ein großes Potential liegt bei den Heizungen der Privathaushalte – wo sehen Sie konkreten Handlungsspielraum für Städte?“ Thiele sprach über Möglichkeiten wie den Ausbau von Solarinitiativen, kommunale Energieförderprogramme aber auch Initiativen wie den „Bühler Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsfonds“. Kreative Ideen sind gefragt und die SPD Bühl gewann den Eindruck, dass von Martin Thiele solche und deren Umsetzung durchaus zu erwarten sind. Jedenfalls stehen die Kontakte zu FridaysForFuture, erste Projekte der Jugendlichen hat der Klimaschutzbeauftragte bereits unterstützt, von weiteren ist die Rede – Thiele will „raus aus dem Planungs- und rein in den Managementmodus.“ Die SPD Bühl weiß er dabei definitiv an seiner Seite.